Panasonic Multi-Room-System ALL: Musik-Streaming mit Komfort

Mit ALL präsentiert Panasonic sein erstes Multi-Room-Audiosystem. Dazu gehören zwei Netzwerk-Lautsprecher sowie ein Netzwerk-Connector. Es bringt auf einfachste Art und Weise Musik, die auf Tablet/Smartphone, Rechner oder Netzwerkplatte gespeichert ist, in jeden Raum des Hauses. Eingebunden sind zudem Musikdienste wie beispielsweise Spotify. Besonderen Wert legt Panasonic wie gewohnt auf die einfache Bedienung. Ob es gelungen ist, zeigt der folgende Test…

Im Haus oder in der Wohnung ein kabelloses Multi-Room-System aufzubauen, ist der Wunsch vieler Musikfreunde. So steht irgendwo im Haus ein PC, Mac oder Netzwerkfestplatte, auf dem man seine gesamte Musiksammlung gespeichert hat - in den einzelnen Räumen findet man nur noch die Lautsprecher. Per App auf Smartphone oder Tablet steuert man das gesamte System. Alternativ spielt man einfach die Songs, die sowieso schon auf dem mobilen Gerät vorhanden sind. Die Zeit der riesigen CD-Regale oder HiFi-Türme scheint damit wohl endgültig vorbei zu sein. Dazu kommt dann noch die Möglichkeit, auf Streaming-Dienste zuzugreifen. So stehen für eine relativ geringe monatliche Gebühr (in den Premium-Versionen meist um die 10 Euro) immerhin ca. 20 Millionen Songs immer zur Verfügung - was will man mehr.

Panasonic will mit seiner neuen ALL-Serie genau diese Wünsche erfüllen. Musik in jedem Raum, Zugriff auf unterschiedlichste Quellen wie gespeicherte Musik oder Musikdienste. Dazu kommt noch die Möglichkeit, in jedem Zimmer einen anderen Song zu hören oder die Lautsprecher im Party-Modus zusammenzuschalten. Viel Flexibilität ist hier gefragt. Darüber hinaus soll die Bedienung kinderleicht und das System jederzeit erweiterbar sein.

 

Das System

Der größte Lautsprecher in der Reihe ist der SC-ALL8, der 80 Watt Ausgangsleistung bietet und auch in der Lage ist, größere Räume zu beschallen. Die Abmessungen halten sich aber dennoch in Grenzen, so dass er bequem in einem Regal, auf einem Sideboard oder der Fensterbank aufgestellt werden kann. Er verfügt über zwei 8 cm-Woofer, zwei 2,5 cm-Hochtöner und zusätzlich für die kraftvollen Bässe über einen 12 cm Bassreflex Subwoofer. Durch das Panasonic XBS Master erreicht er eine Tiefbasswiedergabe, die einem so kleinen System kaum zuzutrauen ist. Neben der Netzwerkverbindung per Kabel oder WLAN steht zusätzlich ein Aux-Eingang in Mini-Klinkenform bereit, so dass der ALL8 auch für kabelgebundene Player ein Partner werden kann. Die Abmessungen betragen 37,3 cm x 22,4 cm x 13,9 cm.

Der zweite im Bunde ist der SC-ALL3, der mit seinen geringen Abmessungen von 24,8 cm x 13,1 cm x 15,5 cm die platzsparende Alternative darstellt und auf engstem Raum in das Multiroom-System integriert werden kann. Schön ist, dass er entweder vertikal oder horizontal aufgestellt werden kann. Mit seinen 40 Watt Ausgangsleistung feuert er zwei 8 cm-Woofer sowie zwei 2,5 cm-Hochtöner an. Auf den integrierten Subwoofer wie beim ALL8 verzichtet Panasonic hier. LAN, WLAN sowie der Aux-Eingang sind dann wieder mit an Bord.

Als drittes Gerät der Panasonic ALL-Serie gesellt sich der SH-ALL1C dazu. Und dies ist eigentlich genau die Option, die man als HiFi-Freund möchte. Das C im Namen heißt ganz einfach Connector. So wird der ALL1C ganz einfach mit der schon vorhandenen HiFi-Anlage verbunden und fügt sich nahtlos in das System ein. Damit wird jedes Musiksystem zum Streaming Client. Der ALL1C bietet wie die Lautsprecher auch die LAN oder WLAN-Anbindung und wird per Cinch-Kabel mit dem Verstärker verbunden. Integriert ist ein hochwertiger Wandler von BurrBrown, der mit Musikdaten bis 192 kHz/24 Bit zurecht kommt. Will man einen externen D/A-Wandler nutzen oder kann den Verstärker/AV-Receiver digital verbinden, verwendet man den optischen Ausgang. Der Panasonic Connector ist zudem so klein, dass er auch bequem hinter dem HiFi-System verschwindet und somit nicht zu sehen ist.

Das Panasonic Multi-Room-System arbeitet mit der neuen Qualcomm AllPlay-Technologie. Diese ermöglicht, dass sich die einzelnen Komponenten auch untereinander unterhalten und so sicher gestellt ist, dass Musik, die gleichzeitig auf mehreren Lautsprechers gespielt werden soll, absolut synchron ist. Darüber hinaus ist eine sehr zuverlässige Datenübertragung vom Zuspieler gewährleistet. Die Qualcomm AllPlay-Technologie hat noch einen weiteren Vorteil: da es sich um einen offenen Standard handelt, ist das System auch herstellerübergreifend bereit für neue Geräte. Kommen andere Anbieter hinzu, können auch diese Geräte in ein schon bestehendes Multi-Room-System integriert werden.

 

 

Praxis

Die Installation und Verbindung zum Netzwerk der ALL-Komponenten ist perfekt gelöst. Per Android-Mobilgerät gibt man eine IP-Adresse, die man in der Anleitung findet, im Browser-Fenster ein. Bei iOS-Geräten geht es über die WLAN-Einstellungen, in denen der Panasonic-Lautsprecher auftaucht. Man wählt einen Namen für das ALL-Gerät und verbindet es anschließend mit dem Heimnetzwerk - fertig! Die Musiksteuerung erfolgt mit der bereits bekannten Panasonic Music Stream-App. Diese steht kostenlos für iOS- und Android in den jeweiligen Stores zur Verfügung. Dort hat man am unteren Rand vier einfache und durchdachte Bedienelemente. Diese teilen sich auf nach „Music Source“, „Select Song“, „Now Playing“ und "Einstellungen". Unter „Music Source“ wählt man die Quelle. Das kann eine Netzwerkfestplatte oder ein Computer sein, die die Musikdateien im Netzwerk bereitstellen. Zum anderen greift man auch direkt auf Musik zu, die auf dem Tablet oder Smartphone gespeichert ist. Hier sind sogar die Playlisten verfügbar. Bei Rechner/NAS hängt es davon ab, wie das jeweilige Gerät die Daten zur Verfügung stellt. Ebenso sollte dort die neueste DLNA-Software laufen. Nach der Wahl der Quelle springt die App sofort in die Titelauswahl. Man schaut sich Alben, Songs oder Künstler an und wählt direkt das gewünschte Stück aus. Schön gelöst ist, dass man während der Wiedergabe das Cover groß sieht. Bedienelemente für die Musiksteuerung sind ebenfalls groß ausgelegt. Die Besonderheit des ALL-Systems ist die Steuerung der Lautsprecher, die man über den Button rechts unten auswählt. Dort tauchen alle im ALL-System integrierten Geräte auf. So ist es möglich, die Musik auf einem Lautsprecher abzuspielen, aber auch mehrere Speaker oder den Connector zu einer Gruppe zusammenzuschalten (Party-Modus). Da zeigte sich im Test, dass dies nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis sehr gut funktioniert. Unsere drei Kandidaten gaben die Musik taktgenau synchron wieder. Was ist aber, wenn ein weiteres Familienmitglied einen anderen Song im Nebenraum hören möchte. Dann schaltet man einfach wieder auf Musik Source, wählt eine andere Quellen und startet die Wiedergabe auf einem anderen Lautsprecher. Bis zu fünf parallele Quellen sollen laut Panasonic gleichzeitig laufen können. Schön gelöst ist auch, dass man die unterschiedlichen Streams mit einem Mobilgerät starten kann, aber auch jedes Familienmitglied sein eigenes Smartphone/Tablet mit den individuellen Musikstücken nutzen kann.

Eine weitere Besonderheit ist von AllPlay ist die Integration von Musikdiensten. Zum Testzeitpunkt war Spotify schon vorhanden, Napster für Android ebenfalls. Für iOS soll Napster in Kürze folgen. Darüber hinaus kommt im Spätsommer der Radio-Anbieter Tunein hinzu - weitere Dienste sollen folgen. Die Dienste sind im Gegensatz zu einigen anderen Multi-Room-Systemen nicht in der Panasonic-App integriert, sondern man bedient die Musikwiedergabe nativ mit beispielsweise der Spotify-App mit Premium-Account. Das bietet den großen Vorteil, dass man den vollständigen Komfort des Streaming-Anbieters wie gewohnt und ohne Einschränkung nutzen kann. So hört man unterwegs per Kopfhörer die neuesten Hits per Streaming-Dienst und schaltet einfach beim Betreten des Hauses mit Spotify-Connect auf den Panasonic-Lautsprecher um, der dann die Wiedergabe fortsetzt.

In der Praxis zeigten sich die Panasonic-Komponenten von ihrer besten Seite. Schon der kleine ALL3 machte richtig Spaß. Er schafft es, die Musik lebhaft, aber dennoch natürlich und ausgewogen zu spielen. Sogar der Bassanteil ist für einen Lautsprecher dieser Größe ordentlich. Und für Partys wichtig: Laut kann er auch. Der ALL8 setzt auf diese Tugenden auf, präsentiert jedoch dank des zusätzlichen integrierten Subwoofers einen Hauch mehr Tiefbass, ohne jedoch übertrieben zu wirken. Favorit der HiFi-Freunde dürfte jedoch der ALL1C sein, der an der hochwertigen HiFi-Anlage hängt. Er verarbeitet zudem Datenformate bis 192kHz/24 Bit und setzt damit alles bestens in Szene. Ein großes Manko für Liebhaber von Konzerten oder klassischen Aufnahmen könnte aber die fehlende Gapless-Wiedergabe sein. So machen die ALL-Lautsprecher beim Sprung auf den nächsten Titel immer eine kleine Pause, was gerade bei Live-Aufnahmen sehr störend ist. Möglicherweise kann Panasonic dies mit einem Software-Update korrigieren. Darüber hinaus sollten noch in diesem Jahr weitere Neuerungen hinzukommen. Zum einen wird die App im Spatsommer grafisch aufgefrischt, wichtiger wird noch in diesem Jahr die Integration einer Klangregelung für Bässe bzw. Höhen sein. Zudem soll auch noch 2014 die Möglichkeit folgen, mit zwei ALL-Lautsprechern ein Stereo-Paar aufzubauen und die Boxen jeweils dem rechten linken Kanal zuzuordnen.